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Eine kleine Liebeserklärung von zwei norddeutschen Mädchen an eine süddeutsche Stadt mit Herz

In Tübingen ist die Welt noch in Ordnung. Das Gefühl kommt zumindest manchmal auf, wenn man an einem warmen Sommerabend am Neckar entlangläuft und die Sillhouette eines Stocherkahnfahrers erblickt, der eigentlich Feierabend hat. Die Touristen sind im Biergarten, sitzen draußen, man hört Gelächter. Doch dieser Stocherkahnfahrer fährt noch eine Runde, alleine. Obwohl er genau das den ganzen Tag über schon gemacht hat, fährt er noch einmal auf und ab bis er schließlich zufrieden den Kahn anlegt. Das ist Tübingen.

Vor allem im Sommer ist Tübingen unbeschreiblich schön. Die Stadt an sich hat eine so besondere Ausstrahlung und eine so zauberhafte Aura, wie sie selten zu finden ist. Vielleicht sind es die vielen, so unterschiedlichen Orte die es hier gibt, die kleinen geheimnisvollen Ecken, die lebhaften Plätze, oder die ruhigen aber kraftvollen Orte in der Natur – mitten in der Stadt.

Tübingen nimmt einen in seinen Bann. Still, heimlich und unbemerkt. Man will weg, aber eigentlich auch nicht und ist man einmal weg, so will man wieder zurück, „nach Hause“, denn hier fühlt man sich so heimisch und geborgen wie an kaum einem anderen Ort. Vielleicht, weil Tübingen so groß und doch klein genug ist, dass man nie alleine ist. Man trifft immer irgendjemanden, den man kennt, wenn man durch die Stadt bummelt. Tübingens Charme geht wohl auch auf seine Bewohner über. Selten sieht man Städte, in denen alle so herzlich, freundlich und fröhlich sind. Und man muss bedenken: viele der Bewohner Tübingens sind Studenten aus ganz Deutschland (und der ganzen Welt) und jeder wird von Tübingen infiziert.

Durch Tübingen zieht sich eine Achse des Trubels. Sie beginnt am Neckar mit der Neckarbrücke, die im Frühjahr üppig mit Blumen geschmückt wird und sie so mit den vielen Menschen auf ihr zu einem bunten Lebensraum macht. Hier trifft man sich, hier flaniert man in Richtung Innenstadt, hier genießt man das wunderschöne Panorama auf Tübingen.

Weiter geht es über die Mühlenstraße die zwischen alten Stadtmauern liegt. Man geht an kleinen, einzigartigen Geschäften vorbei und landet schließlich auf der Wilhelmstraße – der Uni Straße. Sie beginnt mit dem Alten Botanischen Garten, in dem man seine Mittagspause verbringen kann. In der Sonne liegen, Picknick mit Freunden oder Sport machen, hier findet jeder sein Plätzchen.

Schlendert man weiter trifft man auf die wunderschönen alten Uni-Gebäude und natürlich auch auf die Neue Aula, das Hauptgebäude. In dieser Straße wimmelt es nur so von Studenten und wenn man diese Straße entlang läuft, dann umgibt einen ein unglaubliches Gefühl, dass einem allen Lern-Stress nimmt. Ganz anders dagegen in den Semesterferien. Die Stadt wirkt beinahe ausgestorben. Nur in der Universitätsbibliothek findet man fleißige Studenten (und die, die es gern sein würden…) die ihre Haus- oder Abschlussarbeiten schreiben oder für diverse Klausuren lernen.

Eine weitere Spezialität von Tübingen sind …. nennen wir sie „eigenartige“ Menschen. Egal ob sie im Bus lauthals Nummernschilder vorlesen und diese aus ominösen Gründen mit Prominenten in Verbindung bringen, ob sie sich im Park mit Zitronen einreiben, ihre „Muskeln“ spielen lassen und auf Kinderfahrräder durch die Gegend fahren oder ob es sich um das merkwürdige UB-Pärchen handelt, welches sich liebend gerne in voller Lautstärke streitet und über die Schwaben aufregt. Jeder von ihnen hat hier seinen Platz.

Tübingen ist etwas besonderes. Tübingen verursacht Heimweh – nach Tübingen. Tübingen sollte jeder mal sehen. Und lieben lernen. Um uns ist es jedenfalls schon geschehen.





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