Schlagwörter

, , ,

Ich glaube, ich tue es schon seit ich Denken kann. Ich prokrastiniere. Pro- was? Ich prokrastiniere – ich schiebe auf. Das Sprichwort „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe nicht auf morgen“, ist mir eher fremd. Ich schiebe gerne auf; obwohl: eigentlich nicht wirklich. Ich hasse mich oft dafür und würde es gerne ändern. Nur was hilft in einem solchen Fall? Ich weiß es nicht. Bücher habe ich schon zuhauf gekauft, gelesen und ins Regal gestellt. Gebracht hat es nichts. Wie viele Prioritäten-Listen ich schon gemacht habe, will ich gar nicht zählen. Ebenso wenig wie viele Pläne. Ich liebe es Pläne zu machen; mit Excel, alles durchkalkuliert und geplant. Aber an der Durchführung haperts gewaltig. Und das schon von der ersten Minute an. Was also tun? Jemand ein Patentrezept?

Ich habe mir heute die Zeit Campus gekauft. Allerdings eher wegen einem Artikel meiner Lieblingsbloggerin Kübra Gümüsay. Den Titel habe ich gar nicht wahrgenommen. Aber er beschäftigt sich genau mit meinem Problem: dem Aufschieben. Also mal rein geschaut. Fängt ja gut an, der Text: „Es gibt vermutlich eine lange Liste von Dingen, die gerade dringender wären, als diesen Text zu lesen. Mit der Hausarbeit anfangen, zum Beispiel. Das Referat vorbereiten.“ Fühlt sich an, als würde der Artikel für mich geschrieben sein. Morgen steht ein Referat an, das ich mehr schlecht als recht vorbereitet habe. Mindestens drei Hausarbeiten warten schon seit Wochen, ja gar Monaten darauf geschrieben zu werden. Die Bücher habe ich schon – Bücher ausleihen macht mir nämlich großen Spaß…

Im Text steht, das Bachelorstudenten gerne überschätzen, wie viel sie eigentlich für die Uni tun. Ich glaube ich tue das auch, wobei mir dennoch leider bewusst ist, dass ich viel zu wenig für die Uni tue. Ich tue lieber andere Sachen. Viel lieber sogar. In den zugehörigen Tipps steht, dass man Protokoll führen soll und aufschreiben, wie viel Zeit man wirklich mit Arbeiten verbringt. Ob das hilft? Ein Selbstversuch wäre es vielleicht mal wert. Auch andere Tipps sehen ganz hilfreich aus, aber ich kenne mich nun schon ein paar Jahre – ob ich mich daran halte? Der erste Tipp wäre nämlich gleich mal, dass man um PUNKT 9 auch in der Bibliothek sein soll, wenn man sich das vorgenommen hat. Nicht eine Minute später. Vornehmen kann man sich viel, aber morgens pünktlich zu sein, wenn man wie ich an Schlaferitis leidet?! Im Bett ist es doch so schön…

Aber nun gut! Die Arbeit läuft nicht davon und selbst für meinen Job habe ich noch einiges zu tun (dieser Blog-Eintrag ich wohl auch reine Prokrastination). Daher werde ich einen erneuten Versuch starten und endlich was gegen das Aufschieben tun. Vielleicht hilft die Zeit Campus ja mit ihren Tipps. Ich werde sie Euch mal verkürzt vorstellen und dann berichten, wie es so läuft:

1. Minuten zählen

Das Gegenteil von Aufschieben ist Anfangen. Vorher drei Fragen klären: wann, wo und wie. Die Anfangszeit sollte auf die Minute eingehalten werden. Wer zehn Minuten durchgehen lässt, schiebt schnell zwei Stunden auf. (wie wahr, wie wahr…)

2. Kleine Schritte machen

Ein Arbeitsplan ist wertlos, wenn er zu vage ist. Besser: Arbeitseinheiten mit konkreten Zielen festlegen. Man sucht also nicht den ganzen Tag irgendwie nach einem Thema für die Hausarbeit, sondern überlegt vorher, wo genau man Informationen finden kann.

3. Die Zeit verdoppeln

Es gilt die 50-Prozent-Regel: Man braucht für alles doppelt so lange wie man anfangs denkt. Wer das bei der Planung berücksichtigt, sorgt dafür, dass er den Plan auch wirklich einhalten kann – und verschafft sich damit jeden Tag Erfolge. (AHA!)

4. Tagebuch führen

Wer protokolliert, wie er arbeitet, kann das eigene Arbeitstempo besser einschätzen: Wie viel Zeit verbringe ich wirklich mit Arbeiten? Und wie viel lediglich mit dem Gedanken daran? Außerdem lässt sich so feststellen, wovon man sich gerne ablenken lässt. (Werde ich ausprobieren. Freue mich schon auf meine Excel-Tabelle^^)

5. Grenzen ziehen

Es sollte abends eine feste Erholungszeit geben, in der nicht mehr gearbeitet wird. Viel länger als sechs oder sieben Stunden ist auf Dauer niemand effektiv. (Und wenn die Uni schon 8 Stunden geht?! Hm. Und eigentlich arbeite ich abends gerne. Ob ich einfach mit einer Pause ein den Tag starte? Dann komme ich auch zu nichts.. schwierig schwierig…)

6. Nicht abwarten

Der richtige Moment wird vielleicht nicht kommen – es bringt darum nichts, darauf zu warten, in der richtigen Stimmung, nicht mehr müde oder nichts mehr lustlos zu sein. Lieber die Aufgabe mit dem kleinsten denkbaren Schritt angehen und herausfinden, wo es hakt.

7. Sich selbst belohnen

Wer für die Uni lernt, bekommt nur abstrakte Belohnungen, und auf die muss man außerdem lange warten. Für die Motivation ist es aber wichtig, sich für Anstrengungen auch auf die Schulter zu klopfen. Deshalb: Nach der Arbeit immer kleine Belohnungen schaffen. (Wenn ich mir die nicht auch ohne Arbeit geben würde… Und ja, auf meine letzte Hausarbeitsnote warte ich schon lange.. die könnte ne tolle Belohnung sein…)

Also, ich werde gleich morgen (oder besser jetzt?) starten und Euch berichten, wie es so funktioniert. Vielleicht bringt ja das „drüber schreiben“ was? Würde mich freuen, wenn sich Freiwillige mir anschließen und in den Kommentaren berichten, wie die Tipps so bei Euch wirken! In diesem Sinne:

Advertisements